Ist der Weihnachtsstern giftig?
Der Weihnachtsstern (Poinsettie; Euphorbia pulcherrima) gehört zur Gattung der Wolfsmilchgewächse. Die für diese Familie typischen hautreizenden Bestandteile, die so genannten Diterpene, sind allerdings nur in den Wildformen dieser Pflanze enthalten. In den kultivierten, handelsüblichen Weihnachtssternsorten sind diese nicht nachzuweisen. Weihnachtssterne sind daher als unbedenklich einzustufen. Selbstverständlich kann allgemein empfohlen werden, mit dem Weihnachtsstern – wie mit allen anderen Zimmerpflanzen auch, die nicht zum Verzehr geeignet sind – die allgemein übliche Vorsicht walten zu lassen, besonders wenn Kleinkinder oder Haustiere zum Haushalt gehören. Auch können allergische Kontaktreaktionen durch den Milchsaft bei empfindlichen Personen nicht ausgeschlossen werden. Weiterführende Informationen, aktuelle Untersuchungen und Publikationen einschlägiger Informationsdienste:
"Eine ganze Reihe von Euphorbien und anderen Gattungen der Wolfmilchgewächse sind als dekorativer Zimmerschmuck (. . .) weit verbreitet und häufig Anlass zu toxikologischer Beratung. Sicherlich kann allgemein empfohlen werden, eine gewisse Vorsicht im Umgang mit diesen Gewächsen walten zu lassen und sie vor allem dem Zugriff kleiner Kinder zu entziehen. Allerdings scheinen gerade durch die Kultivierung einige der Arten weniger gefährlich zu sein, als zunächst vermutet wurde. Der zur Adventszeit in vielen Haushalten anzutreffende Weihnachtsstern (Poinsettie; Euphorbia pulcherrima) ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Mehrzahl der in der Literatur aufzufindenden Angaben geht auf ein Gerücht ("This case was hearsay") zurück, dass im Jahre 1919 das 2-jährige Kind eines Armeeoffiziers in Fort Shafter, Hawaii; nach Verzehr einiger Blätter verstarb. (...) Demgegenüber stehen ausführliche Untersuchungen mehrer Arbeitsgruppen, aus denen sich zusammenfassend folgendes Bild ergibt:
- In der Pflanze konnten weder toxische Diterpene noch andere Verbindungen nachgewiesen werden, die für eine starke Giftwirkung in Frage kämen.
- Bei Verfütterung der frischen oder getrockneten Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Milchsaft, Stängel) an Ratten und Mäuse traten weder irgendwelche Symptome noch Veränderungen im Verhalten oder Gewicht der Versuchstiere auf, selbst bei maximalen Dosen von 25 g Frischmaterial pro kg Körpergewicht.
Auch die Erfahrungen der Tox.-Info.-Zentren sprechen eher für die Harmlosigkeit der Pflanze."
Quelle: "Giftpflanzen", Frohne, Pfänder, Stuttgart 2004, S. 192 f.
"Der Milchsaft soll nach Literaturangaben stark reizende Diterpene enthalten. Diese fanden sich jedoch nur in der Wildform der Pflanze. In den handelsüblichen Zuchtformen konnten diese hautreizenden Stoffe nach neueren Angaben nicht nachgewiesen werden."
Quelle: Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn, Weihnachtsstern
"Während eine Reihe von Euphorbia-Arten giftig sind, beziehungsweise stark hautreizende Aktivitäten haben, muß der Weihnachtsstern als ungefährlich eingestuft werden. In der Art konnten keine toxischen Diterpene oder sonstigen toxischen Verbindungen nachgewiesen werden. Auch tierexperimentell ergaben sich keine Hinweise auf eine Toxizität. Diese Erkenntnisse sind von Bedeutung, da der Weihnachtsstern sehr häufig als Zimmerpflanze kultiviert wird und besonders um die Weihnachtszeit in vielen Haushalten steht."
Quelle: Veit, M. et al, Beratungsrelevante Giftpflanzen, Pharmazeutische Zeitung 1998-26


